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   17.07.2016  Bundesgericht pfeift Gemeinde in der Erschliessungsfrage zurück


Der Gemeinderat Schwyz will von einem Dorfumfahrungstunnel durch den Urmiberg als Entlastung des Verkehrsnetzes nichts wissen

Für die Benutzer ist die Kapazität der Seewernstrasse durch Unterseewen genügend, für die Anwohner längst erreicht. An Spitzentagen frequentieren gegen 6000 Verkehrsteilnehmer/innen diese ehemalige Sackgasse, die in Richtung Süden wenige Schritte nach dem Gasthaus ‚Bauernhof‘ endete. Erst mit dem Bau der Autobahn in den 70er-Jahren wurde der ‚Trampelweg‘ entlang der Seewern zur ‚Baupiste‘ ausgebaut und für den Verkehr geöffnet.

p. Dass die Industrie im ‚16‘ und ‚Wintersried‘ einst dermassen prosperieren wird, damit hatten die Planer damals wohl nicht gerechnet. Denn ansonsten hätten sie vorausschauend eine grosszügige Erschliessung an die Hand genommen. Jetzt werden bei jedem Baugesuch die Köpfe hochrot. So im Fall des Discounters ‚Aldi‘, der seit Jahren auf einer eingezonten Parzelle an der Seewernstrasse bauen will. Fakt ist, dass die Filiale des deutschen Grosskonzerns viel Verkehr auf die Seewernstrasse bringen wird. Das sagen verschiedene Verkehrsgutachten voraus. Nach längerem Hin und Her verweigerte der Schwyzer Gemeinderat die Baubewilligung, ‚Aldi‘ aber zog den Fall bis vor Bundesgericht weiter. Dort hat das höchste Schweizer Gericht den ‚Aldi‘-Vertretern teils Recht gegeben. Die Schwyzer Instanzen müssen in der Sache der ‚hinreichenden Verkehrserschliessung‘ nochmals über die Bücher. Denn das Bundesgericht sagt im Kern, dass die Gemeinde entweder eingezonte Parzellen wieder auszont oder die Erschliessung anpasst…

Umfahrungstunnel eine Lösung

Genau diese Problematik sah vor rund zehn Jahren eine Arbeitsgruppe, bestehend aus
Vertretern des Einwohnervereins, des Quartiervereins, der IG Lauerzersee und der Wuhrkorporation Seewern voraus. Sie sahen kommen, dass irgendwann einmal ‚etwas‘ in der Erschliessungsfrage getan werden muss. Seit dem 11.4.2006 (siehe Dorfnews) schlagen sie der Behörde einen Umfahrungstunnel durch den Urmiberg vor, der gleichzeitig gar einen Hochwasserentlastungsstollen (und Hochspannungsleitungen) aufnehmen könnte. Diese Forderung wurde schliesslich von zahlreichen Unternehmern im Grossraum Unterseewen unterstützt (siehe Dorfnews vom 19.10.2011). Sie alle forderten die Aufnahme dieses Projekt im Richtplan Rigi-Mythen, was auch erfolgte.

Ersatzlos aus Richtplan herausgestrichen

Dumm nur, dass bei der jüngsten Ueberarbeitung dieses Richtplanes genau jene Tunnel-Idee wieder aus dem Plan herausgestrichen wurde. (Anm.: von wem?). Jetzt steht die Gemeinde Schwyz quasi vor einem Scherbenhaufen. Eine Möglichkeit, die Tunnel-Idee doch noch umsetzen, die bietet sich im neu aufgegleisten Projekt ‚Aggloprogramm Talkessel Schwyz‘. Dort kann die Behörde Wünsche einbringen, die dann durch das Bundesamt für Raumentwicklung bewertet werden. Je nach Machbarkeit werden dann Gelder gesprochen.


Nachstehend die Problematik ‚Erschliessung eingezontes Land in Unterseewen‘, die das Bundesgericht wie folgt wertet:

        
(Quelle: ‚Bote‘ vom 7.7.2016)

Im vergangenen März hat der Kantonsrat Schwyz den neu überarbeiteten und ‚zusammengestrichenen‘ Richtplan genehmigt und somit quasi ‚in Kraft gesetzt‘. Im Parlament wurde zuvor nochmals tüchtig darüber diskutiert. Offenbar aber hat niemand festgestellt, dass der ‚Urmibergtunnel‘ aus dem Plan verschwand…

 

     
(Quelle: ‚Bote‘, 16.3.2016)

Wenige Tage später ging Journalist Franz Steinegger näher auf das Thema Richtplan ein:


(Quelle: ‚Bote‘, 18.3.2016)

Mit nachstehendem LINK kann der nun gültige Richtplan für den Kt. Schwyz angeschaut werden. Eine Hochwasser-Stollenlösung ist im Urmiberg blau eingezeichnet, der ‚Umfahrungstunnel‘ hingegen fehlt…

>> Richtplan <<

Eine (letzte) Möglichkeit, vom Bund Geld für einen Dorfumfahrungstunnel abzuholen, die bietet sich im Rahmen des ‚Aggloprogrammes‘. Das Bundesamt für Raumentwicklung unterstützt nachhaltige Projekte finanziell. Doch für einen Tunnel, dafür müsste sich unsere Gemeinde einsetzen, was sie bisher nicht getan hat. Vielleicht hilft ja nun der ‚Rüffel‘ vom Bundesgericht…

 

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