24.10.2010

Blick war dabei!
Auch die grosse Schweizer Tageszeitung 'Blick' wollte von den Wetterschmöckern wissen, wie das Wetter in den kommenden Monaten wird. Er serviert seiner Leserschaft im Sonntagsblick vom 24.10.2010 folgende
Story:


Mäuseplage und Blumen, die bimmeln
Die Muotathaler Wetterschmöcker wissen jetzt schon, wie der Winter wird

Mit einer Trefferquote von 80 Prozent müssen sie sich kaum hinter SF Meteo verstecken. Vor allem sind die Muotathaler Wetterschmöcker aber äusserst amüsant.

Von Christiane Binder

Wenn die Muotathaler Wetterschmöcker zweimal jährlich im Oktober und April ihre Prognosen fürs kommende Halbjahr präsentieren, steht das Stimmungsbarometer auf heiter. Es hagelt Witze, wie am Freitag, als sich 650 der 3000 Hobby-Wetterkundler auf ihrer Generalversammlung im Schwyzer Mythen-Forum prächtig amüsierten. «Kommt ein Jäger nach Hause. Liegt die Frau mit einem seiner Kumpel im Bett. Der Jäger erschiesst den Nebenbuhler. Sagt die Frau: Mach nur weiter so, dann hast du bald keine Freunde mehr.» Im kernigen Muotathalerisch klingt das urlustig, zumal die Innerschwyzer Meteorologen über ein sonniges Gemüt verfügen. Oberster Vereinszweck neben der Wetterkunde ist, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Präsident Josef Bürgler: «Der Schwyzer wirkt nur auf den ersten Blick verstockt.»

Die sechs Stars unter den Wetterpropheten nehmen die Sache besonders locker. Fragt man einen von ihnen: «Und wie wird das Wetter diesen Montag?», pariert er charmant: «Besser.» Verschmitzt sind alle Einschätzungen, «ohne Gewähr» sowieso und – wie jeder weiss – beschränkt aufs Muotathal.

Längst sind sie Kultfiguren, die nur ihrer Nase für Naturphänomene vertrauen. Sie horchen auf den Specht (klopft anders, wenn sich das Wetter ändert), inspizieren den Pestwurz (welkt er am Mittag, kommt Regen), am Berg wird ihnen bei tiefblauem Himmel und Stille mulmig (Sturmwarnung).

Die Besten schaffen Trefferquoten von 80 Prozent – wie Wetterkönig Karl «Steinbockjäger» Reichmuth. Der holte diesmal die geschnitzte Waldohreule, eine Art Wanderpokal, bevor «Gaissdädi» Benny Wagner ein fröhlicher ­Abschied bereitet wurde; nach 18 Jahren hat er genug. Star bleibt er. Die Dokumentation «Wätterschmöcker» (2010) von Aktuar Thomas Horat ist einer der fünf meistgesehenen Filme der Schweiz. Die DVD erscheint im Januar.  


So sehen Wetterspürnasen aus (v.l.): Peter Suter, Benny Wagner, Martin Horat, Alois Holdener, Karl Reichmuth, Martin Holdener. (Dominik Baumann)


Sonne im Herzen: 650 Teilnehmer an der GV der Innerschwyzer Meteorologen amüsieren sich prächtig. (Stefano Schroeter)